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Traum Leben - 15.02.2022

  • Autorenbild: Alissa
    Alissa
  • 23. Okt. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Während ich diesen Blogeintrag schreibe liege ich in einer heißen Quelle mitten im Wald. Das Wasser plätschert, die Vogel singen und ich schaue in grüne Baumkronen gegen blauen Himmel. Ich kann nicht anders als zu sagen ich liebe mein Leben. 

Die Entscheidung das Sabbatical zu machen war definitiv eine meiner Besten. Trotz oder gerade wegen Corona erlebe ich Dinge die ich sonst nicht erlebt hätte, denn mein eigentlicher Plan für das Jahr konnte ich nicht durchführen. Das Leben scheint ein wilder Fluss zu sein, dem man spannend und entspannt folgen darf, mit all den Kurven und Stromschnellen. Am Ende erreicht man das Meer und ist beeindruckt über die bereite, tiefe und länge des entstandenen Flusses.

Mittlerweile bin ich nicht mehr bei Carlos, sondern bei einem guten Freund Cristian von ihm. Ich helfe Cristian mit seinen Pferden und den geführten Ausritten die er anbietet für seine Gäste.  

Bei Carlos hatte ich die Möglichkeit mit ihm und seinen Nachbar durch die unerschlossene wilde nordpatagonische Natur einen 30 km langen Ausritt zu erleben. Das war schon immer mein Traum, mit Pferden so durch die Wildnis, Bergauf und Bergab zu reiten. Es ist so unglaublich wie stark, ausdauernd und unerschrocken die Pferde hier in Chile sind. Egal ob dichter Babus- oder Strauchwald, tiefe Schlammgruben, Flüsse, Steine oder rutschiger Untergrund die Pferde gehen ohne zu zögern hindurch und so trittsicher, dass man sich auf dem Pferderücken sicher als zu Fuß fühlt. Wenn ich da an unsere Pferde in Deutschland denke, sind diese doch ganz schön weit weg davon, irgendwie haben wir sie verweichlicht. Die Pferde hier sind recht klein, kurz und breit, aber unfassbar stark und brav zu gleich. Und die Landschaft vom Pferderücken aus erleben zu dürfen ist ganz anders als vom Rad oder von den eigenen Beinen aus. Man erfährt die Natur noch intimer und von einem ganz anderen Blickwinkel.

Bei Cristian darf ich aktuell jeden Tag in diesen Genuss kommen. Manchmal auch ohne Gäste, dann wird meistens nach seinen Kühen oder dem Stier Ausschau gehalten. In meinen Pausen zwischen den Ausritten esse ich meistens, springe kurz in den kalten Fluss oder darf, wenn der Ritt zu den heißen Quellen geht, auch in denen entspannen, so wie jetzt gerade. Und wenn ich mal nicht von Pferden umgeben bin, gehen wir wandern, kennzeichnen die Routen, grillen mit dem Team zusammen oder genießen eine der heißen Quellen in mitten der Natur nach Feierabend.

Die Tage bei Cristian sind sehr lang und arbeitsintensiv - viele fragen mich auch warum ich in meinem Urlaub arbeite und das auch noch auf freiwilliger Basis -, ich genieße  das total, mir bereite das was ich hier mache und erleben darf richtig Freude und ich fühle mich wieder bisschen in meine Kindheit zurück versetzt, den ganzen Tag von Tieren umgeben zu sein. 

Was ich ziemlich interessant finde, dass hier in Chile Reiten und Pferde von den Männern dominiert wird. Die Arbeit mit den Pferden wird von den Männern erledigt. Cristian war auch sehr erstaunt, als ich meinte das in Deutschland so gut wie nur Mädels reiten und das meine Pferdeliebe von meiner Mama und nicht von meinem Papa kommt. Bin also mal wieder voll in der Männerdomäne gelandet. Gut das ich mich damit auskenne und mir das keine Schwierigkeit bereitet.

Die Erfahrungen die ich durch die Workaways mache, sind ganz andere, als wenn man als normaler Tourist zu diesen Plätzen kommt. Man taucht viel mehr in die Gegend ein, schließt neue Freundschaften und fühlt sich etwas heimisch. Und jeder Job vermittelt mir neue Einblicke, Lebensweisen und Möglichkeiten Geld zu verdienen. 

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